Der Käsehobel – eine Erfindung eines Tischlermeisters

Wusstet ihr, dass der Käsehobel im Vergleich zu anderen Besteck-Teilen und Küchengeräten noch eine relativ junge Erfindung ist? Die Idee dazu stammt weder von einem Designer noch von einem Sternekoch, sondern von dem norwegischen Tischlermeister Thor Bjørklund (1889-1975). Dieser patentierte sich seine Erfindung im Jahr 1925. Er ärgerte sich darüber, dass er seinen Lieblingskäse nie mit einem Messer in gleichmäßige, dünne Scheiben schneiden konnte. Als Tischler wusste er, dass die beim Hobeln entstehenden Holzspäne annähernd gleich dünn werden. Zumindest solange er die Einstellung des Hobeleisens nicht veränderte. Allerdings steht beim Hobeln das Glätten von Oberflächen und nicht das Erzeugen der Holzspäne im Vordergrund. Dennoch inspirierte das bewährte Verfahren Bjørklund, ein nach einem ähnlichen Prinzip funktionierendes Werkzeug zum Schneiden von Hartkäse zu erfinden.

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Von der Kleinserie zur industriellen Käsehobel-Herstellung

Nachdem Bjørklund mit seinem neuen Küchenhelfer zufrieden war, meldete er ein Patent dafür an. Anschließend produzierte und vermarktete er ihn selbst in Kleinserie. Die Resonanz war so positiv, dass er zwei Jahre später mit einem Geschäftspartner eine eigene Firma für die Herstellung von Käsehobeln gründete. Die Verkaufserfolge im In- und Ausland motivierten ihn, die Produktionsmethoden und das Design immer weiter zu verfeinern und zu variieren. Heute gibt es Käsehobel in den verschiedensten Ausführungen zu kaufen. Besonders weit verbreitet sind sie neben den skandinavischen Ländern auch in den Niederlanden, wo ebenfalls vergleichsweise große Mengen an schnittfestem Hartkäse produziert werden.

Unterschiedliche Arten von Käsehobeln für unterschiedliche Zwecke

Teilweise handelt es sich bei den verschiedenen Ausführungen von Käsehobeln nur um andere Designvarianten. Allerdings sind sie zum Teil auch für unterschiedliche Anwendungsbereiche konzipiert. So wurden in der Schweiz beispielsweise Käsehobel in Form eines kleinen Tischchens aus Holz entwickelt. In diesem Tischchen befindet sich die Klinge. Und das Käsestück wird dann mit der Hand darüber hinweggezogen. Ebenso bürgerte sich für den aus dem Kanton Jura stammenden Tête de Moine in den vergangenen Jahrzehnten der Gebrauch der Girolle ein. Dabei schabt der Käse mithilfe einer Kurbel über die Klinge.

Der klassische Käsehobel findet sich meist auf einem Tisch oder Buffet wieder. Er besteht in der Regel aus einem flachen Stück Edelstahl mit einer schlitzartigen Öffnung. Dabei ist eine Kante als Klinge angeschliffen und steht leicht schräg. Außerdem hat er einen Griff. Wenn der Hobel an diesem Griff mit leichtem Druck über ein Stück Hartkäse gezogen wird, dann schneidet die Klinge dabei eine Scheibe ab. So ähnlich wie bei einem Hobelspan des Tischlermeisters. Für den Griff finden vor allem folgende Materialien Verwendung:

  • Edelstahl
  • Horn
  • Holz
  • Kunststoff

Welcher Käsehobel passt zu welchem Stil?

Wenn ihr euch einen Käsehobel kaufen wollt, dann gibt es verschiedene Ausführungen. Komplett aus Edelstahl gefertigte Modelle mit einem schlichten, sachlichen Design passen zu nahezu jedem Stil des Geschirrs oder der Tischdekoration. Griffe aus Horn oder Holz empfehlen sich besonders zu einem rustikalen Stil. Beispielsweise passen sie gut zu einer deftigen (Käse-)Brotzeit mit hölzernen Schneidebrettern oder Tellern sowie Schalen aus Holz oder Bambus. Wird buntes Keramik– oder Kunststoffgeschirr verwendet, dann passt dazu besonders gut ein Käsehobel mit einem Farbton, der sich darauf wiederfindet. Letztlich gibt es dafür aber keine stringenten Regeln. Viel wichtiger ist, dass euch der Käsehobel gefällt . Auch sollte er regelmäßig zum Einsatz kommen, anstatt nur in der Schublade zu liegen.